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CREDO
 

Loge Bauplan i. O. v. St. Gallen

Zum Wesen der Loge Bauplan

Der Name unserer Loge Bauplan besagt, dass wir von allem Anfang an unserer Bauhütte ein eindeutig formuliertes Verständnis und ein klar umrissenes Konzept von Freimaurerei haben zugrunde legen wollen. Dadurch sollte die sichere Basis für eine vertiefte und intensive maurerische Arbeit geschaffen werden.
Unser „Bauplan“ legt das Schwergewicht des inneren Logenlebens auf die Arbeit im Tempel und auf die gemütsmässige und gedankliche Auseinandersetzung mit dem Ritual und den maurerischen Symbolen.




 
 

Von welcher Vorstellung von Freimaurerei geht der Bauplan aus?

Wir betrachten die Freimaurerei in erster Linie als initiatorischen Bund, der kraft der ihm innewohnenden Wandlungssymbolik gerade auch in unserer Zeit und in weiterer Zukunft eine das menschliche Individuum und die menschliche Gesellschaft gestaltende Funktion erfüllt. Der Freimaurerbund besitzt Rituale und Symbole, die in ihrem zeitlos gültigen Aspekt und mit ihrer psychologischen Bedeutung für die Brüder bei ernsthaftem und konsequentem Gebrauch eine umfassende und entscheidende Orientierungs- und Lebenshilfe darstellen. Freimaurerei ist primär keine dogmatisch ausgebildete Lehre, sondern eine Methode, ein „nachzugehender Weg“ also, mit seiner notwendigen Bandbreite, die dem einzelnen Bruder den seinen individuellen Voraussetzungen entsprechenden Spielraum gestattet. Wir können Freimaurerei auch als meditative Technik anhand traditionell vorgegebener Rituale und Symbole bezeichnen. Sie soll die Eingeweihten zu geistig-seelischer Vertiefung, zu Bewusstseinserweiterung und zu fruchtbar schöpferischem Wirken in der Alltagswelt führen.

Die speziellen maurerischen Werkzeuge machen uns sinnbildlich das dem Menschen eigene mentale Instrumentarium bewusst, mit dem wir uns in der Welt orientieren und Richtung und Mass eines verantworteten Handelns festlegen können. Die drei Einweihungsrituale der Blauen Maurerei eröffnen uns das tägliche „Stirb und Werde“, ohne das keine seelische Wandlung, keine geistige Entfaltung, kein Fortschritt zum Wohl der Menschheit und keine kreative Bewältigung unseres persönlichen und kollektiven Schicksals möglich ist.

Was landläufig als „freimaurerische Lehre“

bezeichnet wird, ist kein abgeschlossenes und verknöchertes Gedankensystem, sondern nur eine organische und entwicklungsfähige Folgerung, die sich aus dem unermüdlich weiterzuverfolgenden Initiationsweg der Maurerei ergibt.


Wie gestaltet sich die Arbeit der Loge Bauplan?

Unsere Maurerarbeit spielt sich auf drei verschiedenen Ebenen ab und kann durch drei konzentrische Kreise sinnbildlich dargestellt werden.

1. Den innersten Kreis des Bauhüttenlebens bildet, wie bereits erwähnt, die Arbeit im Tempel. Sie ist naturgemäss esoterisch, weil sie dem Blick von Nichteingeweihten entzogen bleibt. Esoterisch ist für Freimaurerei gemäss der genauen Wortdefinition das, „was drinnen im Tempel gezeigt und gelehrt wird“. Unter Esoterik verstehen wir also den inneren Gehalt unserer maurerischen Rituale, Symbole und Sinnbilder und die unmittelbar darauf bezogenen Betrachtungen und Erklärungen. Einen wesentlichen Aspekt der Logenarbeit bildet darum auch die Instruktion von Lehrlingen, Gesellen und Meistern. Der heutige Mensch benützt als natürliches Arbeitsinstrument vorwiegend seinen Intellekt. Er will darum vorerst einmal durch das Bewusstsein an Ritual und Symbol herangeführt werden, um diese dann mit Gefühl und Gemüt vollends aufnehmen zu können.

2. Den zweiten Kreis bildet die Arbeit im Konferenzsaal. Dort werden vorwiegend aktuelle Themen staatsbürgerlicher und kosmopolitischer Art und praktische Fragestellungen aus den Bereichen Kultur, Kunst, Wissenschaft, Ethik, Erziehung usw. unter spezifisch freimaurerischen Gesichtspunkten diskutiert. Das heisst, die

Probleme des Alltags und der Allgemeinheit werden aus dem Blickwinkel der Tempelesoterik geortet und näher betrachtet. Diese Phase maurerischer Arbeit gibt dem einzelnen Bruder Anregungen und Denkanstösse für die konkreten Aufgaben, die sich ihm im dritten und äussersten der drei konzentrischen Kreise stellen.

3. Der dritte Kreis besteht aus der profanen Aussenwelt, in der jeder Bruder sein persönliches Arbeitsfeld zu finden hat. Jeder Freimaurer geht die innere Verpflichtung ein, im Alltag maurerische Gesinnung praktisch zu leben und maurerische Tat zu verrichten. Innerlich geformt durch die Arbeit im Tempel und angeregt durch die Konferenzarbeiten sucht er in seinem persönlichen Bereich, in Familie, Beruf, sozialem Umfeld und Staat das zu verwirklichen, was ihm durch die Versenkung in Ritual und Symbol und durch die geistige Auseinandersetzung im Konferenzsaal als eigenster Auftrag, als persönliche Gestaltungsmöglichkeit und als sein individueller Beitrag zum Wohl der Allgemeinheit bewusst geworden ist.

Als Maurer sollen wir sorgfältig die wesentliche Funktion aller drei Kreise beachten. Von der Tempelmitte aus schreiten wir zu Planung und Tat. In der Sphäre der konkreten Tat benötigen wir immer wieder die Rückbesinnung auf den Tempel. Maurerei ist in diesem Sinne eine lebendig sich befruchtende Wechselwirkung zwischen Esoterik und exoterischer Verwirklichung, eine schöpferische Gegensatzverbindung, eine coniunctio oppositorum von Geist und Materie.

Ein wesentliches Anliegen bedeutet uns schliesslich der freundschaftliche Kontakt mit anderen Bauhütten, der uns das bestärkende Erlebnis der weltumspannenden Bruderkette und einen fruchtbaren Gedankenaustausch vermittelt. Als Mitglied der S. G. L. A.sind wir deren Bemühungen jederzeit eng verpflichtet.



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Letzte Änderung am Dienstag, 12. Januar 2010 um 19:37:47 Uhr.




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