Mario Steger

Virtus Junxit, Mors Non Separabit

Ich bin in St. Gallen geboren und habe hier eine Lehre zum Detailhandelsfachmann absolviert. Nach diversen Weiterbildungen habe ich vom Detailhandel in die Informatik gewechselt, welcher ich bis 1999 treu blieb. Es war im Jahr 1998 als ich das erste Mal mit der Freimaurerei konfrontiert wurde. Damals wurde eine grosse Ausstellung in Zürich den Freimaurern gewidmet. Da ich schon verschiedenes über diese Bruderschaft gehört hatte (meist als geheime Organisation im negativen Sinn), wollte ich mir meine eigene Meinung bilden. Ich ging durch die Ausstellung und war überrascht von dem, was ich zu lesen kriegte.


Aus diesem so "geheimen" Bündnis wurde eine Vereinigung, die eine Philosophie verfolgt, mit der ich mich sehr identifizieren konnte. Tugenden wie Ehrlichkeit, Brüderlichkeit, Gleichheit, Freiheit und Schönheit wurden in einer Weise beschrieben, wie ich diese nur selten erleben durfte. Noch bevor ich die Ausstellung verliess war mir klar, dass ich in diese Bruderschaft aufgenommen werden wollte.

Leider erwies sich eine Aufnahme in den Orden schwerer als ich mir das vorstellte. Das Problem war, dass ich niemanden kannte, der ein Freimaurer war und sich Kontinentaleuropär als Freimaurer nicht zu erkennen geben. Über Wochen versuchte ich herauszufinden, ob es irgendwo in meiner Heimatstadt, St. Gallen, eine Loge gibt. Leider hatte ich damals noch nicht den Luxus eines Internets auf welchem alle Logen sich vorstellen. Nach Wochen erfolglosem Suchens legte ich die Idee der Freimaurerei auf Eis. Im April 1999 wanderte ich mit meiner Lady nach Kanada aus.

In meiner Wahlheimat Edmonton, Alberta, Kanada, kümmerte ich mich erst einmal um das Wohl meiner Familie (meine Lady), indem ich mich auf Stellensuche begab. Ich war in sehr kurzer Zeit erfolgreich und fand Arbeit in der Informatik. Es klappte auch recht bald mit der Erweiterung meiner Familie und im Mai 2000 wurde meine Tochter geboren. Meine Frau war in einer Gruppen von Müttern mit Babies und machte sehr schnell Bekanntschaft mit Frauen aus Kanada. Ob es Zufall war oder Schicksal kann ich nicht sagen, aber eine dieser Frauen erzählte meiner Lady, dass ihre Brüder und ihr Vater in einer „komischen“ Herrenverbindung wären. Nach einigem Nachfragen und Erklärungen fand meine Lady heraus, dass es sich bei dieser Herrenverbindung um Freimaurer handelte.

Nun hatte ich endlich die Chance, jemanden kennen zu lernen der aktiver Freimaurer war und kurze Zeit später traf ich den Vater der Bekannten meiner Lady. Innerhalb von wenigen Wochen stand ich vor der Pforte des Tempels und durfte um Einlass bitten. Im Jahr 2001 wurde ich vom Lehrling zum Gesellen erhoben und noch im gleichen Jahr zum Meister gemacht. Ich war begeistert von den Philosophien die mir beigebracht wurden und von den Männern die ich kennenlernte. Ich würde jedem meiner Brüder blind mein Leben anvertrauen und weiss, dass keiner mich enttäuschen würde.

Im Jahr 2003 wurde ich dann in den Orden des Schottischen Rechtes der Freimaurer aufgenommen und konnte so, meine freimaurerische Ausbildung weiter machen. Ich bin bis heute sehr beeindruckt von dem, was ich lernen durfte. Ich versuche jeden Tag das Leben eines Freimaurers zu leben indem ich mit offenen Augen und Armen durch die Welt gehe. Durch die maurerischen Lebenphilosophien und meiner Offenheit gegenüber allen Erdenbürgern (egal welcher Religion Menschen angehören oder welche Hautfarbe diese haben) versuche ich meinen Teil zu einer menschlicheren und weniger monetären Welt beizutragen.

Was mich wirklich sehr erstaunte, war der Fakt, dass die Freimaurerei in Kanada sehr offen gelebt wird. Die Logenmitglieder tragen Ringe, Pins, Kleidung mit Emblemen, Autokleber und jede Loge hat eine eigene Webseite. Wir mussten sogar unser Freimaurerdiplom im Haus aufhängen. Ich wurde sehr oft auf meine Mitgliedschaft angesprochen, weil die Leute das Zeichen der Freimaurer kannten. Es war jedesmal eine Ehre, jemandem zu erklären, was die Freimaurerei für mich bedeutet und wie ich diese Lebe. Wir waren auch als Loge in der Öffentlichkeit sehr aktiv und das verschaffte uns sehr viel Respekt und Ansehen in der Region.

Im Jahr 2005 kehrte ich mit meiner Familie in die Schweiz zurück. Als ich bei den hiesigen St. Galler Logen anklopfte und um Einlass bat, standen mir in freimaurerischer Manier, alle Türen weit offen. Alle Logen in St. Gallen sind grossartig und es war schwer für mich, zu entscheiden bei welcher ich nun für immer eintreten wollte. Ich entschied mich letztlich für die Loge Bauplan, weil sie die kleinste ist und ich hier meine Verwirklichung in der Freimaurerei am meisten sehe. Ich wurde in der Loge aufgenommen in 2006 und habe es noch keinen Moment bereut. Leider konnte ich wegen meiner Ausbildung die ich im selben Jahr begann, nicht sehr aktiv dabei sein, doch das wird sich in 2009 ändern.

Ich freue mich sehr darauf, wieder aktiv in der Freimaurerei zu sein und hoffe auch, dass mein Weg zur Freimaurerei Sie so inspiriert, dass auch Sie mehr über uns wissen möchten. Gerne erzähle ich Ihnen mehr über die Freimaurerei und erläutere auch gerne unsere Philosophien.

To my brethren in Stony Plain, Alberta, Canada I send the warmest greetings an I hope to visit Meridian Lodge No. 129 once I return to Canada.

Es grüsst Sie freundlichst und brüderlich,

Mario Steger


Letzte Änderung am Mittwoch, 11. August 2010 um 12:25:40 Uhr.


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